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Im Killertal wurde seit eh und je musiziert. Man erzählt sich vom “Flötenmatheis” und vom

 

“Handlesmatheis”, die als Straßenmusikanten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in

Jungingen und im Tal bekannt waren.
Die erste gesicherte Erwähnung einer Junginger Musikkapelle als Blasmusik datiert vom
13 August 1867 in den hohenzollerischen Blättern.
Jedoch fühlten sich die Musiker an keinerlei Satzung und Verein gebunden, so dass es schwierig war, einen organisierten Verein entstehen und wachsen zu lasse

n. Erst im Jahr 1900 schlossen sich sechs Blechmusiker auf Initiative des Heimatdichters Casimir Bumiller zum gemeinsamen Musizieren zusammen. 1908 vereinigten sie sich mit dem örtlichen Streichmusikverein. Sieben aktive Musiker scharten sich um den neuen Dirigenten Rudolf Bumiller.

 

Sie spielten auf Hochzeiten und in Wirtschaften zum Tanz.
Trotz großem Ansehen in der Gemeinde blieb dem Verein keine Sorge erspart. Einmal fehlte es an Geld, zum anderen mangelte es an jungen Nachwuchskräften. Schließlich brachte dann der erste Weltkrieg das musikalische Schaffen zum erliegen. Obwohl Ortspfarrer Pohl während der Kriegsjahre eine Schülerkapelle gegründet hatte, kam der Musikverein nach dem Krieg nur 

langsam auf die Beine. Ganz allmählich fand man sich wieder zusammen, musizierte und gründete auf Initiative von Carl Keller und Willy Bosch den Musikverein “Eintracht” Jungingen. Die Gründungsurkunde datiert vom 22.11.1920.
Der Verein wurde immer bekannter, da er sich mit großem Erfolg bei mehreren Musikfesten beteiligte. Paul Bosch ( 1922-27 ) war als Vorstand wie Dirigent des Vereins und Mitbegründer des Schwäbischen-Alb-Musiker-Verbandes maßgeblich daran beteiligt.

 

1931 wurde unter Vorstand Anton Kohler ( 1922-24/ 1928-47 ) das “Musikhäusle” auf der Wilhelmshöhe erstellt, das bis 1960 als Probelokal diente. Ebenfalls trat der Musikverein auf Initiative von Kohler, genannt “Spork”, erstmals in seiner Vereinsgeschichte in Uniform auf.
Die Zeit nach dem 2.Weltkrieg war geprägt durch häufige Dirigentenwechsel, was das musikalische Wirken stark beeinträchtigte.

Erst als Emil Kohler ( 1955-70 ) den Dirigentenstab und Arthur Schuler ( 1956-64 ) das Amt des 

1. Vorsitzenden übernahmen begann ein kontinuierlicher Aufstieg des Vereins.
1963 ging der Musikverein unter der Leitung von Emil Kohler erstmals in der Oberstufe zum Wertungsspiel. Mit dem Stück “Sinfonie Conzertante” und dem Stundenchor “Kleine Spielmusik” erhielt der Musikverein den 1.Rang und wurde Tagesbester.

 

 

Leider musste Emil Kohler 1970 das Amt

des Dirigenten aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Unter seiner Leitung hatte der Verein einen beachtlichen musikalischen Aufschwung genommen. Für sein Wirken erhielt Emil Kohler 1971 die höchste Auszeichnung 

des DVB, die Goldene Ehrenmedaille. Nachfolger als Dirigent wurde Karl Lepold ( 1970-95 ), ein engagierter Musiker, der seit 1956 in der Jugendarbeit tätig war, sowie seit 1965 den verein als 1.Vorsitzende führte.Mit Karl Lepold als neuen Dirigent und Rudolf Harbig (1970-87 ) als 1.Vorsitzenden ging der Musikverein zielstrebig in ein neues Jahrzehnt. 1971 feierte der Musikverein sein 100-jähriges Bestehen und erhielt die Pro-Musika Plakette verliehen. 1984 bekam Karl Lepold die Landesehrennadel des Landes Baden-Württemberg für besondere Verdienste. 1995 übergab Karl Lepold uas gesundheitlichen Gründen den Dirigentenstab an Edmund Schuler ( 1995-heute ). Rudolf Harbig erhielt 1996 die Landesehrennadel.

Dem Engagement der Dirigenten Emil Kohler und Karl Lepold sowie den 1. Vorsitzenden Artur Schuler und Rudolf Harbig hat der Verein seinen heutigen Leistungsstand zu verdanken. Der Verein beteiligte sich seit 1927 an Wertungsspielen, seit 1963 durchweg in der Oberstufe.

 

 

 

Eine kontinuierliche Jugendausbildung und das Bestehen einer Jugendkapelle seit 1956 neben der dem Blasorchester, zahlreiche musikalische Auftritte im In-und Ausland, die Ausrichtung von Kreisverbandsmusikfesten (1930,1958,1971,1981,1986,1993 9, jährliche Konzerte der Jugendkapelle und des Blasorchesters im Spätherbst, gesellige Veranstaltungen gehören zum Profil des Musikvereins.
Außerdem gingen aus den Reihen des Musikvereins verschiedene Tanzkapellen und Big Bands hervor.